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Autor Thema: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!  (Gelesen 16638 mal)

madze

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Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« am: 24. November 2008, 19:54:03 »
Wie Ihr sicherlich durch den Post von Wolfgang schon mitbekommen habt, waren ein Teil der Cray-Cyber Crew (John und Wolfgang) sowie Peter und ich letztes Wochenende in Zürich, um bei einem Informationsdienstleister zwei Control Data Cyber 2000 Großrechner [link: http://www.computerwoche.de/heftarchiv/1989/45/1152848/] abzubauen und auf den Transport nach Deutschland  vorzubereiten.

Das Team bildeten John Z., Wolfgang S., Peter B. und ich, Mathias K.

Wolfgang alias stiefkind ist euch sicherlich ein Begriff, und John auch. Peter hat die beiden Maschinen lange Jahre betreut. Vor Ort unterstützt wurden wir von Marcel F., Mitarbeiter beim IT-Dienstleister.

Wolfgang und ich reisten am Freitag abend mit dem Zug von München aus an, Peter und John mit dem Auto. Wir besprachen abends noch den Zeitplan für Samstag.

Geplant war der Abbau beider produktiven Systeme und Mitnahme aller Dokumentation. Da aber die Portierung der Software auf das neue System noch nicht abgeschlossen werden konnte, standen für uns „nur“ die drei Ersatzsysteme sowie die Dokumentation zur Verfügung. Dies sollte sich später aber noch als wirklich glücklicher Umstand für uns herausstellen.

Wir starteten am Samstag kurz vor acht Uhr und wurden von Marcel empfangen. Dort besichtigten wir erst einmal die gesamte Lokation. Interessant war, dass sich der Rechnerraum (400 qm Fläche) im vierten Obergeschoss befand. Die ist aus der Historie heraus entstanden. Die Ersatzsysteme befanden sich verteilt über zwei Untergeschosse. Ein System hatte seinen Ursprung in Frankreich, das andere in Salt Lake City und stammt aus einer Mormonen Gemeinde.

Nachdem wir das Ausmass an Ersatzsystemen überblickt haben, gingen wir an die Arbeit. Hier lag unser Fokus auf den Steckkarten und Netzteilen. Diese Aufgabe übernahmen Peter und ich, während Wolfgang und John die Dokumentation und Ersatzteile verpackten.

So kamen wir den Samstag durch gut vor ran und beendeten den Tag gegen 18 Uhr. Gepackt waren am Abend etliche Paletten mit Doku und Manuals, eine Menge FPGAs, viele mechanische und elektrische Ersatzteile für Control Data Maschinen (Schrauben und Scheiben, Lämpchen, Sicherungen etc.), eine große Menge Steckkarten des Cyber 2000 I/O-Subsystems und sehr viele CPU-Boards (wobei eine CPU aus mehreren Boards besteht). Ersatzteile, soweit das Auge reicht :-)

Der Sonntag hatte ungefähr den selben Ablauf wie der Samstag. Noch mehr Ersatzteile. Netzteile, Software, Terminals, der Motor eines Bandlaufwerks (locker 20kg), noch mehr CPU-Boards. Wir haben alles auf Paletten gepackt und für den Transport vorbereitet.

Wegen der guten Vorarbeit am Wochenende blieb am Montag vormittag wenig zu tun. Paletten in Plastikfolie einwickeln, dass auch nichts runter fällt. Die Trümmer schonmal in Richtung Aufzug rollen. Mehrfach mit Freddy telefonieren, wo denn der Laster gerade steckt. Und zusammen mit Peter erst einen (leeren) CPU-Käfig und dann eine imposante Backplane der I/O-Unit ausbauen. Während der Ausbau des CPU-Käfigs gerade mal knapp zwei Stunden dauerte, musste Peter an der Backplane mehrere Stunden schrauben. Aber es hat ihm Spass gemacht, wie er mehrfach bekundete :-)  Der Käfig ist alleine lebensfähig, der I/O-Unit haben wir zur Stabilisation wieder die Stromschinen angebaut. Beide geben prima Ausstellungsstücke im Museum.

Gegen 17 Uhr – mit locker 2h Verspätung – dann endlich der Sattelschlepper, gefahren von Freddy M. Mit Hilfe eines (gemieteten) Gabelstaplers und Freddys Fahrkünsten beluden wir in knapp sechseinhalb Stunden den LKW. Laster-Tetris. Trotzdem mussten wir 8 Disk-Cabinets (80cmx120cm, je 400kg) zurück lassen. Hatten beim besten Willen keinen Platz mehr. Ladung verzurren, die Seitenwände am Laster wieder zumachen, hinten die Türe zu, Schloß dran, fertig.

Als besonderes Highlight gibt es folgendes Ereignis zu erwähnen :)
Beim Verladen einer Power Unit (geschätztes Gewicht ca. 750 Kilo) mit dem Gabelstaplers fuhr Freddy schräg über den Bordstein. Dabei geriet die Unit ins Wanken und fiel mit einem lauten Knall plan auf die linke Seite. Wolfgang hielt sich noch die Ohren zu, ich stand bloß noch da und brach in lautes Gelächter aus. Wir konnten echt froh sein, das uns das nicht in einem Wohngebiet passiert ist. Danach brauchten wir fast 20 Minuten, um die Unit wieder aufzurichten. Ich nahm ja an, das diese nun beschädigt ist, aber Peter und Marcel waren sich da einig. „Die hat bloß ein paar Beulen, die läuft einwandfrei!“ :)

Peter und Freddy haben den LKW dann noch auf einen Standplatz für die Nacht gefahren, während Wolfgang und ich noch einen Zwischenstopp in einer Dönerbude einlegten, bevor auch wir völlig erschöpft im Hotel ins Bett fielen.

Für Wolfgang und Freddy begann der nächste Tag um 5 Uhr, während Peter und ich mit dem Zug nach München reisten.


Weitere Ausführungen zum LKW Transport von Wolfgang:

5 Uhr: Start vom Hotel etwa 30min zu Fuß in Richtung LKW. Bis dahin war ich schon eine halbe Stunde auf den Beinen, nach knapp vier Stunden Schlaf. Unchristlich. Der Parkplatz für den Sattelzug war freundlicherweise von der Kantonspolizei offiziell abgesegnet. Damit Freddy seine Lenkzeit nicht überschreitet, konnten wir sowieso erst um 5:51h starten. Bis dahin haben wir's uns im Laster häuslich eingerichtet, wir würden hier die nächsten paar Stunden verbringen dürfen.

Beim Anfahren erster Kommentar von Freddy: „Oh, leer fuhr der sich aber deutlich sportlicher.“ Well... der Sattelzug war bis auf den letzten Stellplatz voll. Paletten voller Kisten und blechschränkeweise Elektronik. Wie schwer die Ladung war, wußten wir zu dem Zeitpunkt so gar nicht. Was uns später noch kurz ins Schwitzen bringen sollte.

Mit einem 18m-Sattelzug aus Zürich raus morgens um sechs war das kleinere Problem. Um 7:20h Grenze. Absichtlich haben wir einen kleinenm gemütlichen Übergang gewählt, war für uns beide das erste Mal, dass wir mit Zoll-Formalitäten zu tun hatten. Zuerst Ausreise aus der Schweiz. John hatte uns mit passenden Frachtpapieren versorgt. Was wir im Vorfeld nicht wussten ist, dass wir bei der Anmeldung zur Ausreise ein Formular auszufüllen hatten, auf dem es auch ein Feld für das Bruttogewicht der Ladung gab. Ich zuckte mit den Schulter, Freddy tat es mir gleich. Also überschlagen. 32 Packstücke, jedes unter einer Tonne, also schätzen wir mal 20t. „Schreib' lieber 25t“, meinte Freddy noch. Also gut. Und rein in den Schalterraum. Schalter 5. Dort geben wir Papiere ab, der Beamte schaut drüber, runzelt die Stirn: „25t Elektroschrott? Im Wert von 750sFR? Fahren Sie doch mal bitte auf die Waage!“ *schluck*  Jetzt waren wir etwas nervös. Was, wenn wir überladen waren? Aber egal, half nichts. Rauf mit dem Laster auf die Schweizer Präzisionswaage. Drin beim Waagenbediener dann Erleichterung: Die Waage zeigt 30.8t. Zugmaschine und Hänger wiegen zusammen etwa 14t, bleiben gute 16t für die Ladung übrig. Bis 26t wären erlaubt gewesen.

Aber wir waren noch nicht abgefertigt. Um Schrott auszuführen bräuchte es eine Bewilligung, und so eine hatten wir nicht. Der freundliche Grenzbeamte hat dann eine Weile telefoniert (u. a. mit dem Umweltministerium in Bern), wollte dann die Ladung sehen und gab uns schließlich eine Bewilligung. Erste Hürde geschafft.

Jetzt ein paar hundert Meter weiter fahren zum deutschen Zoll. Auch darauf waren wir mit Papieren gut vorbereitet. Allerdings haben die Zöllner an dem Übergang wohl eher selten mit gemeinnützigen Vereinen zu tun, die ein Museum betreiben und Elektroschrott als Sammlungsgegenstand haben. Es galt zunächst, das passende Formular zu finden. $KOLLEGE kam dann auf die Idee, doch eine vorläufige Befreiung auszustellen, weil doch schließlich am endgültigen Verwendungszweck das Hauptzollamt München zuständig sei und die sich dann um den Fall im Detail kümmern könnten. Und während mir die dazugehörigen Papiere erklärt wurden samt der Dinge, die wir dann in München anstoßen sollten, kam $ANDERER_KOLLEGE mit dem passenden Paragraphen der Zollbefreiungsverordnung, flugs wurde ein neuer Satz Formulare fertig gemacht, noch kurz die Ladung inspiziert und wir hatten freie Fahrt ohne zu verzollen. Es wollte übrigens niemand an der Grenze einen Personalausweis von uns beiden sehen. Nach einer guten Stunde Zwangsaufenthalt an der Grenze wieder aufsitzen und weiter ging's. Und falls von euch mal jemand Elektronikschrott als Sammlungsgegenstand zollfrei einführen will: Maßgeblich ist Artikel 50 ff der Zollbefreiungs-Verordnung, insbesondere Artrikel 51.

Bis München blieb die Fahrt unspektakulär. Wir hatten nicht überladen, Lenk- und Pausenzeiten konnte Freddy auch einhalten, also sollten wir pünktlich in München ankommen. Soweit die Theorie. Was wir nicht bedacht haben: Seit einem guten Jahr hat München ein Durchfahrtverbot für LKW. Noch nicht mal mittlerer Ring ist erlaubt. Das haben wir aber erst realisiert, als wir schon am Ring waren. Also nochmal zurück auf die Autobahn, einmal um München außen rum und gegen 15h waren wir dann endlich am Lager in Neubiberg. Mit etwa einer Stunde Verspätung. Dank einem engagierten Staplerfahrer (hat extra für uns spontan seinen Feierabend von halb fünf eine Stunde nach hinten verlegt) war der Laster in zweieinhalb Stunden leer und die Lagerhalle ziemlich voll.

Für die Statistiker: 6.5h laden, 2.5h entladen, 16t Material haben wir bewegt, mit dem Laster ca. 350l Diesel verfahren. Unterwegs waren wir um die neun Stunden, davon eine gute Stunde an der Grenze und eine knappe Stunde Zwangspause zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit für LKW-Fahrer.

Die beiden produktiven Control Data Cyber 2000, die wir zunächst zurück lassen mussten, stehen für Anfang Dezember auf dem Plan. Nach 17 Jahren Dienst (Inbetriebnahme 1991) werden RED und BLUE dann endgültig abgeschaltet und gehen ins Museum.

Fazit meinerseits (Mathias K.):
Es war anstrengend aber sehr interessant. Für mich ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

In diesem Sinne,
Mathias

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Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« am: 24. November 2008, 19:54:03 »

Offline landy

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #1 am: 24. November 2008, 20:18:01 »
BILDER !!!

Grüße,
Michael

Offline stiefkind

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #2 am: 24. November 2008, 20:28:33 »
BILDER !!!

Jaja, eins nach dem anderen  :)
Hier sind einige Eindrücke von der Aktion: http://www.flickr.com/photos/stiefkind/sets/72157609830931613/
Enjoy!

Fragen gerne hier oder per Kommentarfunktion auf Flickr.

wolfgang
« Letzte Änderung: 24. November 2008, 20:46:04 von stiefkind »

Offline Ebbi

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #3 am: 24. November 2008, 20:52:41 »
Spitze! :)

Falls jemand die original Tetris-Musik haben will, die habe ich als Klingelton. :D

Offline töfte

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #4 am: 24. November 2008, 23:16:22 »
Tolle Aktion !
Solche Rechner haben heute echt Seltenheitswert und auf den Photos sieht die Anlage ja tipptopp aus. Wohl dem der beim Bund war und einen LKW-Führerschein hat  :)
> uname -srp
SunOS 5.10 i386

Offline stiefkind

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #5 am: 24. November 2008, 23:53:11 »
Solche Rechner haben heute echt Seltenheitswert und auf den Photos sieht die Anlage ja tipptopp aus. Wohl dem der beim Bund war und einen LKW-Führerschein hat  :)

Die Anlage ist in der Tat gut gepflegt. Die haben da sogar einzelne defekte Chips aus den CPU-Boards ausgelötet und durch ein fabrikneues Ersatzteil ersetzt... Ich habe selten ein so aufgeräumtes und gut sortiertes Rechenzentrum gesehen. Und ich kenne eine Menge.

Die Firma hat auch Zugriff auf die Sourcen des Betriebssystems (NOS/VE). Gerüchten zufolge sind auf den derzeit noch in Produktion befindlichen Maschinen nur noch etwa 1/3 des Betriebssystems im Originalzustand, der Rest ist vom Kunden selbst modifiziert bzw. neu geschrieben.

Zum LKW-Schein: Moderne Mietlaster (und nicht nur die) haben keinen "normalen" Fahrtenschreiber mehr (den mit Papierscheibe unter dem Tacho, die sich mit dreht), sondern ein Stück Elektronik. Und brauchen dazu eine sogenannte Fahrerkarte. Das ist eine personalisierte Chipkarte und die gibt es nur, wenn man auch einen Plastikführerschein dazu hat. Nun war das stiefkind zwar beim Bund und dort sogar beim Nachschub und ist mit Sprit, Munition und Raketen regelmäßig durch Bayern gekurvt, hat aber noch einen rosaroten Papierführerschein und darf deshalb solche Laster zwar theoretisch aber nicht praktisch bewegen. Wobei ich so lange schon keinen solchen Brummi mehr gefahren bin, dass ich auch keinen gesteigerten Wert drauf lege, da jetzt plötzlich 30 Tonnen zu pilotieren  :)

Und man kriegt den Schein außer bei der Bundeswehr auch noch beim THW. Das nur am Rande...

wolfgang

Offline Ebbi

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #6 am: 25. November 2008, 05:27:38 »
Wobei ich so lange schon keinen solchen Brummi mehr gefahren bin, dass ich auch keinen gesteigerten Wert drauf lege, da jetzt plötzlich 30 Tonnen zu pilotieren. :)
Und noch dazu mit solch wertvoller Fracht - das sind ja schließlich keine Essiggurken... ;)

freeman

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #7 am: 25. November 2008, 07:50:25 »
echt krass die ganze aktion - meinen größten respekt das ihr die anlage gerettet habt!!

freeman

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #8 am: 25. November 2008, 07:51:58 »
jaahhh wie geil: "Truck tetris" *lol*  :D ...

Offline dominik_bsl

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #9 am: 25. November 2008, 08:58:27 »
Jungs, da habt ihr aber meinen allergrössten Respekt für die Aktion! Muss wirklich mal nach München kommen und das Museum besuchen.


Gruss
Dominik

Offline Tschokko

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #10 am: 25. November 2008, 09:57:58 »
Jungs, da habt ihr aber meinen allergrössten Respekt für die Aktion! Muss wirklich mal nach München kommen und das Museum besuchen.
Oh ja, das sollte man auf jeden Fall mal tun.



Ach ja, ne echt sau coole Aktion. :) Aber das meißte weiß ich schon ausm ICQ. *gggg*

Gruß
Tschokko
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Offline marco

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #11 am: 25. November 2008, 12:50:26 »
Super Aktion - echt genial!!!

Respekt für die Zeit und das Geld, das für die Rettung dieser Schmuckstücke draufgeht.
Meine Frau würde mich zu hause rauswerfen wenn ich auch noch bei solchen Aktionen mitmachen würde.
Ich bin da schon bei meinen kleinen "Beutezügen" hart an der Grenze (das letze große Teil war ein SGI Skywriter - der hat noch gerade in den Kombi gepasst ::)).

Können wir eine Cyber 2000 nächstes Jahr auch komplett und laufend im Museum bewundern?? 

Gruß,

Marco

Offline stiefkind

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #12 am: 25. November 2008, 16:50:25 »
Können wir eine Cyber 2000 nächstes Jahr auch komplett und laufend im Museum bewundern?? 

Nein, so schnell wird es leider nicht gehen. Erstmal steht das gute Stück im Lager. Und zwar ziemlich eng gestellt, wir müssen Platz sparen. Für kommendes Jahr ist irgendwann in der zweiten Jahreshälfte der Umzug in die neue Räumlichkeit geplant, da muss aber vorher noch umgebaut werden. Termin ist also sehr mit Vorsicht zu genießen. Und dann ist noch die Frage, ob die Cyber 2000 gleich von Anfang an da steht. Bei der Einrichtungsplanung der neuen Räume vor knapp zwei Jahren war die nämlich für uns noch kein Thema :-)

Wir werden aber ziemlich sicher irgendwann mal in den neuen Räumen eine "Sonderausstellung" machen. Haben ja noch viel mehr interessantes Zeug in Lagern rum stehen...

wolfgang

Offline stiefkind

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #13 am: 27. November 2008, 22:15:59 »
Tja... da sollte nun dieses Wochenende tatsächlich der erste der beiden noch in Produktion befindlichen Cyber 2000 Mainframes abgeschaltet werden, der zweite Ende kommender Woche. Plan war, dass wir dann beide Mainframes zerlegen, nochmal einen Sattelschlepper beladen und dann endlich auch die produktiven Maschinen nach München fahren.

Aber! Heute vormittag kam der Anruf aus Zürich, die neue Software in der neuen Umgebung sei noch nicht stabil genug und man müsse die Rechner leider bis auf weiteres noch laufen lassen. Und so verrichten red und blue weiterhin ihren Dienst: Wertpapierkurse von (fast) allen Börsen dieser Welt einsammeln, aufbereiten und in fast Echtzeit (ca. 250ms) an die angeschlossenen Broker-Arbeitsplätze (ca. 1400!) weitergeben. Das machen die beiden seit 1991, wobei einer "nur" Standby ist (kein Cluster, wird manuell umgeschaltet).

Wir haben dann also die Hotelzimmer abgesagt, Helfer, Stapler und Sattelschlepper erstmal zurück gepfiffen und warten jetzt auf neue Infos aus der Schweiz. Ich persönlich glaube ja nicht mehr daran, dass da dieses Jahr noch großartig was passiert. In drei Wochen ist Weihnachten und in den Tagen danach passiert erstmal sowieso nichts :-)

wolfgang

Offline Tschokko

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Re: Eine CDC Cyber 2000 tritt Ihre letzte Reise an!
« Antwort #14 am: 27. November 2008, 22:24:11 »
Aber! Heute vormittag kam der Anruf aus Zürich, die neue Software in der neuen Umgebung sei noch nicht stabil genug und man müsse die Rechner leider bis auf weiteres noch laufen lassen. Und so verrichten red und blue weiterhin ihren Dienst: Wertpapierkurse von (fast) allen Börsen dieser Welt einsammeln, aufbereiten und in fast Echtzeit (ca. 250ms) an die angeschlossenen Broker-Arbeitsplätze (ca. 1400!) weitergeben. Das machen die beiden seit 1991, wobei einer "nur" Standby ist (kein Cluster, wird manuell umgeschaltet).
*gggggggg* Da lacht mein Software Entwickler Herz ! ;) Früher wurde halt einfach mehr Geld und vor allem viiiiiiiiiiiiiiiiel mehr Zeit in anständige Software Entwicklung gesteckt. Das Ergebnis sieht man doch hier am Besten ! Die Software wie auch die Geräte laufen und laufen und laufen... Da stinkt einfach der beste, schnellste, tollste und neueste Mist einfach nicht so leicht dagegen an. ;) Aber Soft- und Hardware Hersteller mussten sich "leider" was einfallen lassen um die Industrie anzukurbeln. Das Resultat sieht man heute überall. Alles was aktuell länger als 5 Jahre bestehen bleibt ist schon ein echtes Urgestein. ;)

Gruß
Tschokko
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