Autor Thema: Was schätzt ihr an HP/UX?  (Gelesen 29768 mal)

Offline escimo

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Was schätzt ihr an HP/UX?
« am: 08. Januar 2008, 18:16:51 »
Hallo zusammen,

da ich mich hauptsächlich mit SunOS 4.1.x und Solaris beschäftige, mit SGI IRIX und HP Tru64 UNIX ebenfalls Berührung hatte, bin ich mal daran interessiert, welche Features ihr an HP/UX (sei es auf PA-RISC oder Intel Itanium) schätzt beziehungweise warum ihr es anderen UNIX-Derivaten eventuell bevorzugt einsetzen würdet und warum.

Sowas wie, "...weil es in kritischen Umgebungen eingesetzt wird", würde mir nicht sehr helfen.

Vorallem stichhaltige Features und Anwendungsmöglichkeiten würden mich sehr interessieren.

Da bin ich z.B. auf ein Feature gestoßen, dass mir von SunOS < V5.0 her bekannt vorkommt: Bau des HP/UX-Kernel.

Wie ist HP/UX schematisch aufgebaut?
Warum kennt HP/UX nur das Prinzip eines monolithischen Kernels?
Können System-Anpassungen nur mittels Neubau eines Kernels gelöst werden oder gibt es Parameter/Konfiguration-Dateien an denen man "schrauben" kann?
Wozu noch die Unterteilung in Workstation-/Server-Variante?
Wie sieht das Lizenzmodell von HP/UX aus?

Das sind zwar nur Fragen aus reiner Neugier aber dazu ist ein Forum u.a. auch da... ;)

Über eure Meinungen, evtl. externe, informative Links würde ich mich freuen.

Gruß
escimo


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Was schätzt ihr an HP/UX?
« am: 08. Januar 2008, 18:16:51 »

Offline M.K.

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #1 am: 08. Januar 2008, 19:36:45 »
Hallo zusammen,

da ich mich hauptsächlich mit SunOS 4.1.x und Solaris beschäftige, mit SGI IRIX und HP Tru64 UNIX ebenfalls Berührung hatte, bin ich mal daran interessiert, welche Features ihr an HP/UX (sei es auf PA-RISC oder Intel Itanium) schätzt beziehungweise warum ihr es anderen UNIX-Derivaten eventuell bevorzugt einsetzen würdet und warum.
Vielleicht weil es das BS ist, was auf PA-RISC (und antiker 68K) Hardware am besten laeuft ?
"Ganz frueher" war HP-VUE (Vorlaeufer von CDE) mal ein Grund HP-UX workstations zu kaufen,
das war aber zu Zeiten von 8.x/9.x also Anfang der 1990er.
SAM als admin-tool ist auch nicht schlecht, aber "smit" im AIX kann mehr.
Da bin ich z.B. auf ein Feature gestoßen, dass mir von SunOS < V5.0 her bekannt vorkommt: Bau des HP/UX-Kernel.
Wie ist HP/UX schematisch aufgebaut?
Warum kennt HP/UX nur das Prinzip eines monolithischen Kernels?
Vermutlich Historie, HP-UX ist alt. Und wenn erst mal genug Software auf dem alten Kram aufsetzt ist
es sehr schwer diesen wieder loszuwerden.
Können System-Anpassungen nur mittels Neubau eines Kernels gelöst werden oder gibt es Parameter/Konfiguration-Dateien an denen man "schrauben" kann?
Per SAM kannst Du schon alles moegliche schrauben, es nutzt Dir nur nix,
jedenfalls nicht vor dem naechsten reboot. Allerdings beschraenkt sich meine
Kenntnis auf Versionen <= 11.0, vielleicht koennen die neueren das besser.
Aber ich war schon erstaunt, wie steinzeitlich sich
HP-UX in dieser Hinsicht verglichen mit zB AIX ausnimmt. Da kann man eine
Menge im vollen Lauf aendern, ohne reboot. Aber AIX (auf Power) hat's insofern einfacher
als es eine Neuentwicklung aus den 1990ern ist, HP-UX stammt aus den 1980ern.
Wozu noch die Unterteilung in Workstation-/Server-Variante?
Wie sieht das Lizenzmodell von HP/UX aus?
Vielleicht weil man auf der Server-Seite mehr Geld verlangen kann ? :-)
Ausserdem kommt es nicht gut an, wenn man Workstation-Benutzer
mit Lizenz-Buerokratie nervt, die kaufen sich sonst gleich einen PC :-)

Offline Ebbi

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #2 am: 08. Januar 2008, 22:02:06 »
[...]beziehungweise warum ihr es anderen UNIX-Derivaten eventuell bevorzugt einsetzen würdet und warum.
Weil es mit der PA-RISC Hardware eine Einheit bildet.

Wie ist HP/UX schematisch aufgebaut?
Dafür habe ich mich ehrlich gesagt noch nie interessiert. :-[
Aber es stammt aktuell vom UNIX System V ab.

Warum kennt HP/UX nur das Prinzip eines monolithischen Kernels?
Darüber kann ich nur spekulieren, aber ich vermute da das System eine verhältnismäßig lange Geschichte hat, ist das historisch mitgewachsen. Das System stammt aus dem professionellen Umfeld, da gab es nur eine Handvoll Hardware und ständige Änderungen werden nicht gerne gesehen. Da baut sich das System einfach einen statischen Kernel für die verwendete Hardware und gut.
Im Beispiel zu Linux, das primär auf Consumerhardware läuft und jede noch so seltene Peripherie und 10000 Filesysteme unterstützen soll, sind Kernelmodule schon nicht schlecht.

Können System-Anpassungen nur mittels Neubau eines Kernels gelöst werden oder gibt es Parameter/Konfiguration-Dateien an denen man "schrauben" kann?
Es gibt auch Parameter, manche statisch, manche dynamisch.

Wozu noch die Unterteilung in Workstation-/Server-Variante?
Ich kann wieder nur vermuten und denke, dass das aus einer Zeit stammt, als die DVD noch nicht massenkompatibel war und eine CD zu klein war, um alle Versionen auf einmal zu beinhalten.
WIMRE unterscheiden sich die Applikations-CDs nicht, sind aber mit einem Codewort geschützt.

Über eure Meinungen, evtl. externe, informative Links würde ich mich freuen.
http://docs.hp.com/ (HP-UX Version wählen, dann Whitepapers)
http://www.faqs.org/faqs/hp/hpux-faq/
http://en.wikipedia.org/wiki/HP-UX (schöner Überblick)
http://www.levenez.com/unix/ ;)

Offline Tschokko

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #3 am: 09. Januar 2008, 10:37:44 »
Warum kennt HP/UX nur das Prinzip eines monolithischen Kernels?
Eine qualifizierte Antwort zu dieser Frage wirds wohl kaum geben. Ich denke auch das es primär historisch bedingt ist. Der Großteil an bekannten Unices und BSD Varianten haben einen monolithischen Kernel, so auch Solaris! Ein Microkernel oder Abwandlungen finden sich kaum in diesem Umfeld.
Zum anderen glaube ich aber, das bei HP-UX inzwischen auch mit ladbaren Modulen gearbeitet wird. Also rein monolithisch glaub ich ist das System auch nicht mehr.

Zitat
Können System-Anpassungen nur mittels Neubau eines Kernels gelöst werden oder gibt es Parameter/Konfiguration-Dateien an denen man "schrauben" kann?
Jou, man kann an den sog. "Tunable Kernel Parameters" schrauben, ohne gleich einen neuen Kernel bauen zu müssen. Diese können z.B. bequem über die Web-Oberfläche der System Management Homepage (SMH) gepflegt werden.

Zitat
Wie sieht das Lizenzmodell von HP/UX aus?
Mit einer HP PA-RISC Visualize Workstation erwirbst du automatisch eine 2-User Lizenz. Wenn du also die entsprechenden Medien liegen hast, ist die Installation und Nutzung sogar völlig legal.
Wie es bei Servern und großen Installation dagegen aussieht, keine Ahnung. Aber da sollte einiges auf den HP Seiten zu finden sein.

Zitat
Das sind zwar nur Fragen aus reiner Neugier aber dazu ist ein Forum u.a. auch da... ;)
Ich hoffe ein paar wenige Antworten gegeben zu haben.

Grundsätzlich muss man aber erwähnen, bei einer PA-RISC kommt man um HP-UX garnicht drum herum. Linux ist nciht wirklich eine Alternative. Darum erübrigt sich die Frage "Warum HP-UX". Schon eher muss man fragen warum eine HP PA-RISC Maschine?

Mich hat primär die Neugierde getrieben, als ich dann meine J5600 am Laufen hat, hat es mich Geschwindigkeitsmäßig echt umgehauen. Und eine schlechte UltraSPARC Ausstattung hatte ich nicht herumliegen, aber die "kleine" J5600 hat das Zeug regelrecht weggeputzt. Der erste Grund also warum HP und damit HP-UX, es ist einfach nur sau schnell. Allerdings mit einer Aussahme, die Installation, die dauert immer ewig. :-\

Was mich dann neben Performance auch sehr faszinierte, war die grundsolide Technik und Verarbeitung. Insbesonders wenn man mal  HP9000 Server - z.b. meine L1000/rp5400 - sein eigen nennt. Bei den Teilen kann echt daneben eine Bombe einschlagen und im schlimmsten Fall fällt die Front-Plastikverkleidung ab. Die Maschine wird aber weiter laufen. :D Demnach lautet mein zweiter Grund, weil das Zeug "Rock Solid" ist. :)

Die Managementlösungen (z.B. die SMH) als auch die Integration und das Zusammenspiel mit allen anderen HP Produkten ist auch ziemlich cool. Leider aber auch sehr vielfältig, mächtig und stark gewachsen, das man doch ganz schön arbeiten muss, um das alles ordentlich miteinander spielen lassen zu können. Also heißt Grund Nr. 3: "Die Management Lösungen"

Und damit sind wir dann auch schon bei "Alles aus einer Hand". Und das ist mein letzter Grund für HP. Man muss es zwar nicht übertreiben, aber HP bietet wirklich reichlich gutes Zeug an, und darum sollten die Sachen auf jeden Fall bei Entscheidungen miteinbezogen werden.



Gruß Tschokko
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truerasp

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #4 am: 09. Januar 2008, 10:56:19 »
Vorallem stichhaltige Features und Anwendungsmöglichkeiten würden mich sehr interessieren.

Da bin ich z.B. auf ein Feature gestoßen, dass mir von SunOS < V5.0 her bekannt vorkommt: Bau des HP/UX-Kernel.

Wie ist HP/UX schematisch aufgebaut?
Warum kennt HP/UX nur das Prinzip eines monolithischen Kernels?
Können System-Anpassungen nur mittels Neubau eines Kernels gelöst werden oder gibt es Parameter/Konfiguration-Dateien an denen man "schrauben" kann?
Wozu noch die Unterteilung in Workstation-/Server-Variante?
Wie sieht das Lizenzmodell von HP/UX aus?

Warum ich es benutze ? Weil ich mich am besten damit auskenne und weil ich den besten Zugriff auf Supportressourcen habe. Warum unsere Kunden das benutzen ist sicher eher das was du wissen moechtest.

Wie zuvor angedeutet hat in diesem Zusammenhang sicher vieles historische Gruende, aber einige Sachen sind so einfach nicht ganz Richtig.

Fuer den detaillierten Aufbau empfielt sich die Lektuere des HP-UX internals buchs ;) in dass ich immernoch keinen blick geworfen habe weil ich gerade auf die CSE Pruefungen lernen muss.

Allerdings hat HP-UX einen Loadable Module Support. Ich weiss nicht seit wann aber ich glaube nicht erst seit 11. Der wird von fast niemand benutzt und meistens werden neue monolithische Kernel aus den von Ebbi angefuehrten Gruenden dann eben doch gebaut und es aendert sich auch nicht viel dran. Ist bei mir/meinen Kunden auch so.

Allerdings mag man nicht unbedingt ne Superdomepartition neu booten weil man einen IO-Cage neu gemappt hat. Also das geht auch aus eigener Erfahrung. .

Es gibt auch konfigurierbare Kernelparemeter, die ebenfalls keinen reboot verlangen, allerdings ist hier best practice nochmal neu linken und rebooten. Das geht ganz gut mit dem SAM und der sagt einem dann was einen neustart erfodert. Hab ich haendisch noch nie gemacht.

Die Unterscheidung in Workstation und Server ist eher historisch. Zu HP-UX 8 und 9 Zeiten hat sich wie zuvor schon angefuehrt die Softwareauswahl auf den Installationsmedien unterschieden, genauso wie diverse Voreinstellungen fuer den Betrieb. Die Shared Libraries waren soweit auf die unterschiedliche Anwendung optimiert dass Inkompatible Library Versionen zwischen Serie 700 und 800 unterwegs waren und man Zwingend die Software auf dem jeweiligen Betriebssystemderivat bauen und linken musste.

Spaetestens seit den DVDs und den spaeten HP-UX 10 ist das voellig hinfaellig. Schon auf den fruehen HP-UX 10 hab ich auch schon mal 800er Softwarepakete auf 700ern installiert.

Lizenztechnisch unterscheidet sich das uebrigens nicht wirklich. Lizensiert wird ueber die konkurrierenden User. Mit jeder CPU kriegst du das Recht auf dieser CPU zwei Konkurrierende User zu fahren. Einer ist meist root und als ein anderer angemeldeter User kannst du die Workstation Variante Stressfrei benutzen. Server mit vielen Usern die sich anmelden muss man nachlizensieren.

Viele unserer Kunden haben sich frueh fuer HP-UX entschieden weil diverse Themen wie Logical Volume Management und Storage Anbindung, Hochverfuegbarkeit und Betriebssicherheit sehr weit gediehen waren. Gerade die LVM Implementierung im HP-UX war ihrer Zeit phasenweise Weit voraus. Filesystemjournaling macht man ja heute mit dem Veritas Filesystem aber da gabs frueh einige Ansaetze die nicht so toll waren. HP hat hier seinerzeit viel mit LVM und Softwareraid erschlagen was recht guenstig war im vergleich mit anderen Ansaetzen. Das Clustering mit MC Service Guard und Hyperplex waren auch starke Gruende fuer viele Kunden gerade aus dem SAP Bereich auf HP-UX zu setzen. In juengerer Zeit waren oft Storageintegrations Gruende ausschlaggebend, weil HP sehr frueh entsprechnde Multipathing Treiber integriert hatte und erstens redundante SAN Architekturen sehr sehr frueh unterstuetzt hat (SUN hat hier ewig gebraucht, z.B.) und zweitens auch lange als einziger grosser Anbieter Multivendor Support (1998) fuer SAN Infrastrukturn angeboten hat. IBM hat lange  nur IBM Storages supported, SUN hatte lange gar nix eigenes, hat aber auch fast nix fremdes im SAN supported (ich erinner mich noch peinlichst an meinen CeBit Besuch 2002 am SUN Stand), usw. ...  Und die Kunden wollten halt auch Grau, Storagetek, HDS und EMC2 verwenden ohne jedesmal den Support fuer ihr SAP zu verlieren.

Und diese Support Fragen sind bis heute in vielen Szenarien ausschlaggebend fuer Plattform Entscheidungen und bis heute nicht immer befriedigend geloest.

Runtergebrochen auf das OS mag es sein dass features verglichen mit SunOS und AIX phasenweise fehlten, aber das Gesamtpaket war hier oft ausschlaggebend. Das relative Alter spielt sicher auch eine Rolle im vergleich zu den anderen UNIXen und insofern hatte HP-UX schon eine Installierte Basis als SunOS, IRIX oder AIX an den Start gehen. Ausserdem hat HP ja mit MVS schon ein Enterprise OS am start bevor UX ins Rennen ging und die Kundenbindung war hier aehnlich stark wie bei IBM weg von OS390 hin zu AIX. 

Kernel Interna spielen IMHO bei der Wahl des Enterprise UNIX nur sehr selten eine Rolle. Eventuell komme ich mal dazu das Internals Buch zu lesen, dann wuerde ich das nochmal nachreichen.

Gruesse Frank

truerasp

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #5 am: 09. Januar 2008, 11:00:36 »
Also heißt Grund Nr. 3: "Die Management Lösungen"

Und damit sind wir dann auch schon bei "Alles aus einer Hand".

Beiden Gruenden kann ich auch nur zustimmen. One Face to the Customer ist wirklich wesentlich. Und wenn man alles aus einer Hand hat, kommt man bei HP wirklich auch sehr sehr weit mit den mitgelieferten Managementloesungen ohne gleich Berge von Geld fuer Remedy, Tivoli oder auch OpenView auszugeben.

Fuer HP-UX gibt es im uebrigen auch Systems Insight Manager Agenten und wenn man auf Vulnerability und Power Management verzichtet gibts auch einen HP-UX basierten SIM Server. For free uebrigens. 

Offline M.K.

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #6 am: 09. Januar 2008, 13:35:23 »

Allerdings hat HP-UX einen Loadable Module Support. Ich weiss nicht seit wann aber ich glaube nicht erst seit 11. Der wird von fast niemand benutzt und meistens werden neue monolithische Kernel aus den von Ebbi angefuehrten Gruenden dann eben doch gebaut und es aendert sich auch nicht viel dran. Ist bei mir/meinen Kunden auch so.

Allerdings mag man nicht unbedingt ne Superdomepartition neu booten weil man einen IO-Cage neu gemappt hat. Also das geht auch aus eigener Erfahrung. .

Es gibt auch konfigurierbare Kernelparemeter, die ebenfalls keinen reboot verlangen, allerdings ist hier best practice nochmal neu linken und rebooten. Das geht ganz gut mit dem SAM und der sagt einem dann was einen neustart erfodert. Hab ich haendisch noch nie gemacht.
Das kommt halt auf das Einsatzgebiet an. Heutzutage bzw bei Deinen Kunden mag es so sein, dass
i.w. eine einzige Anwendung mit ueberschaubaren Anforderungen gefahren wird.
Das war aber nicht immer so, und ist auch nicht so wenn man einen eher "chaotischen" Betrieb mit vielen Benutzern hat.
Da ist es schon gut wenn man mal was "on-the-fly" aendern kann.
Selbst auf meiner heimischen Workstation ist mir das innert weniger Wochen mehrfach passiert,
zB mal ein Filesystem (/tmp,/var) zu klein, mal zu wenig Prozesse pro user,
mal das ominoese "file table full" (was mit auf den ersten Blick erschreckenden Symptomen einhergeht), etc.
Das Dingens laeuft bei mir ueber Wochen und da mach ich es mir halt auf dem Desktop kommod,
mit 9 Workspaces, dutzenden Fenstern, jede Menge offene nedit-Session usw.
Sehr aergerlich wenn man dann wg jedem Quatsch neu booten muss.
Viele unserer Kunden haben sich frueh fuer HP-UX entschieden weil diverse Themen wie Logical Volume Management und Storage Anbindung, Hochverfuegbarkeit und Betriebssicherheit sehr weit gediehen waren. Gerade die LVM Implementierung im HP-UX war ihrer Zeit phasenweise Weit voraus. Filesystemjournaling macht man ja heute mit dem Veritas Filesystem aber da gabs frueh einige Ansaetze die nicht so toll waren. HP hat hier seinerzeit viel mit LVM und Softwareraid erschlagen was recht guenstig war im vergleich mit anderen Ansaetzen.
Das stimmt m.W. so nicht. Die ersten die LVM und JFS standardmaessig in einem "grossen" Unix hatten,
waren schon IBM mit ihrem AIX. Das war 1990, da konnte HP davon nur traeumen.  Auch bei der Massenspeicherei
hatte IBM damals die Nase soweit vorn, dass bei uns u.a. deswegen HP *nicht* gekauft wurde.
Kommt halt drauf an wie weit zurueck bei Dir "sehr frueh" ist.
Runtergebrochen auf das OS mag es sein dass features verglichen mit SunOS und AIX phasenweise fehlten, aber das Gesamtpaket war hier oft ausschlaggebend. Das relative Alter spielt sicher auch eine Rolle im vergleich zu den anderen UNIXen und insofern hatte HP-UX schon eine Installierte Basis als SunOS, IRIX oder AIX an den Start gehen.
SunOS duerfte aehnlich alt sein wie HP-UX. IRIX hat auch Wurzeln bis zurueck in die 1980er.
Ausserdem hat HP ja mit MVS schon ein Enterprise OS am start bevor UX ins Rennen ging und die Kundenbindung war hier aehnlich stark wie bei IBM weg von OS390 hin zu AIX. 
Hmm, bisher dachte ich MVS sei die fruehere Bezeichnung fuer OS390 ...

Offline Ebbi

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #7 am: 09. Januar 2008, 14:11:40 »
Sorry, habe einen Link vergessen: http://www.openpa.net/hp-ux_unix.html

Selbst auf meiner heimischen Workstation ist mir das innert weniger Wochen mehrfach passiert, zB mal ein Filesystem (/tmp,/var) zu klein, [...]
Igitt! So eine Aufteilung des Filesystems macht man doch nicht zuhause mit nur einer Platte. ::)

Die ersten die LVM und JFS standardmaessig in einem "grossen" Unix hatten, waren schon IBM mit ihrem AIX. Das war 1990, da konnte HP davon nur traeumen.
Mein G50 kam 1991 mit 10.20 raus und hatte da schon den LVM an Bord.

Offline M.K.

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #8 am: 09. Januar 2008, 14:26:20 »
Selbst auf meiner heimischen Workstation ist mir das innert weniger Wochen mehrfach passiert, zB mal ein Filesystem (/tmp,/var) zu klein, [...]
Igitt! So eine Aufteilung des Filesystems macht man doch nicht zuhause mit nur einer Platte. ::)
Sondern ? Ich meine, welche Wahl habe ich beim installieren wenn ich nicht eine ganz exotische Konfiguration haben will ?
/usr, /var, /tmp, /opt sind ja wohl Pflicht, und meine eigenen Sachen (home directory usw) liegen eh auf dem fileserver
im Keller (und der laeuft standesgemaess unter AIX :-)
Die ersten die LVM und JFS standardmaessig in einem "grossen" Unix hatten, waren schon IBM mit ihrem AIX. Das war 1990, da konnte HP davon nur traeumen.
Mein G50 kam 1991 mit 10.20 raus und hatte da schon den LVM an Bord.
Huh ? HP-UX 10.20 war mit Sicherheit nicht 1991. Oder von was schreibst Du hier ?

Offline escimo

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #9 am: 09. Januar 2008, 16:36:50 »
Danke Euch schon mal für Eure Mühe mit den Antworten. Da wird ja gewiss dann noch das ein oder andere kommen. :)

War ja viel über die geschichtliche Entwicklung dabei, was mir nicht unbedingt so wichtig war. Aber gut zu wissen.

@M.K. Ja, IBM's AIX habe ich mal nicht erwähnt, da ich damit auch noch keine Berührung hatte, obwohl ich jetzt ja AIX 4.3.3 mit Lizenz und VisualAge C++ 4 for AIX mit Lizenz rumliegen habe. Fehlt nur noch die Maschine ;D

Zitat
WIMRE unterscheiden sich die Applikations-CDs nicht, sind aber mit einem Codewort geschützt.
Was für ein Codewort? Wie ist das gemeint, Ebbi? Man wird zur Eingabe einer Lizenz zur Freischaltung während der Installation gebeten?  ???

Zitat
Jou, man kann an den sog. "Tunable Kernel Parameters" schrauben, ohne gleich einen neuen Kernel bauen zu müssen
Ah, sowas ist also auch möglich. Ok.

Zitat
Mit einer HP PA-RISC Visualize Workstation erwirbst du automatisch eine 2-User Lizenz
Das erinnert mich an die Compaq XP1000 - die jetzt Ebbi hat und wo noch keine Bilder gemacht wurden ::) - mit Tru64 UNIX, bei der ebenfalls eine 2-Benutzer-Lizenz standardmäßig beiliegt.

Zitat
Die Unterscheidung in Workstation und Server ist eher historisch. Zu HP-UX 8 und 9 Zeiten hat sich wie zuvor schon angefuehrt die Softwareauswahl auf den Installationsmedien unterschieden, genauso wie diverse Voreinstellungen fuer den Betrieb. Die Shared Libraries waren soweit auf die unterschiedliche Anwendung optimiert dass Inkompatible Library Versionen zwischen Serie 700 und 800 unterwegs waren und man Zwingend die Software auf dem jeweiligen Betriebssystemderivat bauen und linken musste.
Das ist für ein ISV ein ziemlich großes Problem, weil man dann für die Ziel-"Kompilate" entsprechende Hardware (Targets) besitzen muss. Oder konnte man auch Libs von anderen HW-Plattformen auf der Entwicklungsumgebung (Development Host) für den Übersetzungslauf einsetzen? Sind die PA-RISC CPU's in der geringsten Teilmenge alle untereinander binär-kompatibel, oder gibt es "grasse" Implementierungsunterschiede in der Architektur (IA-32/x86 zu IA-64/Itanium)? Bei Sun sollten z.B. alle CPU's in der Lage V7-Code auszuführen (ohne Interpretation)?

Zitat
Spaetestens seit den DVDs und den spaeten HP-UX 10 ist das voellig hinfaellig. Schon auf den fruehen HP-UX 10 hab ich auch schon mal 800er Softwarepakete auf 700ern installiert.
...und laufen lassen? Das bedeutet dann wohl, dass jetzt die Libs aller gängigen Serien (700'er und 800'er) mitgeliefert werden?

Zitat
Das relative Alter spielt sicher auch eine Rolle im vergleich zu den anderen UNIXen und insofern hatte HP-UX schon eine Installierte Basis als SunOS, IRIX oder AIX an den Start gehen
Den Satz verstehen ich ab "insofern..." nicht recht?  :-\

Das HP auch für sein UNIX viele Möglichkeiten des Managements (u.a. HP OV, SMA usw) war mir bereits bekannt. Das ist in der Tat ein sehr wichtiger Aspekt.

Da lohnt ein genauerer Blick. Eine Gegenüberstellung der aktuellen Versionen im Hinblick auf Features (z.B. Management, HA usw.) von HP/UX, AIX und Solaris wäre für mich mal interessant.

Am MPIPKS steht jetzt ein HP Superdome mit Itaniums bestückt, auf dem ein HP/UX werkelt. So recht kommt damit aber keiner klar, weil es sich doch sehr unterscheidet zu Tru64 UNIX (auf Alpha) und SLES (auf HP ProLiant Servern). Ist der erste Umgang den wirklich so "kryptisch"?

Grüße
escimo

Offline Tschokko

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #10 am: 09. Januar 2008, 17:04:58 »
Am MPIPKS steht jetzt ein HP Superdome mit Itaniums bestückt, auf dem ein HP/UX werkelt. So recht kommt damit aber keiner klar, weil es sich doch sehr unterscheidet zu Tru64 UNIX (auf Alpha) und SLES (auf HP ProLiant Servern). Ist der erste Umgang den wirklich so "kryptisch"?
Oh ja ! Bis zu meiner J5600 hatte ich auch nur Solaris und SUSE Erfahrungen. Da hab ich dann auch ganz schön doof aus der Wäsche geschaut beim ersten mal auf dem HP-UX System.
Aber eigentlich ist es dank SAM dann doch irgendwie voll easy und wenn man die erste Pakete selbst installiert hat, vor allem paar GNU Tools vom HP-UX Porting Archive, beginnt man sich wieder langsam heimisch zu fühlen. ;)

Gruß Tschokko
RISC = Really Invented by Seymour Cray?
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Offline M.K.

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #11 am: 09. Januar 2008, 17:17:38 »
@M.K. Ja, IBM's AIX habe ich mal nicht erwähnt, da ich damit auch noch keine Berührung hatte, obwohl ich jetzt ja AIX 4.3.3 mit Lizenz und VisualAge C++ 4 for AIX mit Lizenz rumliegen habe. Fehlt nur noch die Maschine ;D
Dieser Tage gibt's viele 44P-170's auf $AUKTIONSHAUS, da passt 4.3.3 gut drauf.
Reichen als Heim-Maschine auch voellig aus. Allerdings sind diese Moehren
eher was fuer Selbstabholung, ungefaehr so gewichtig wie eine C8000.
Meine ueberzaehligen 43P-140's hab ich schon letztes Jahr verscherbelt,
auf Arbeit habe ich noch 2 die der Entsorgung harren, sind halt nach heutigem Verstaendnis eher low-end.
Zitat
Zitat
WIMRE unterscheiden sich die Applikations-CDs nicht, sind aber mit einem Codewort geschützt.
Was für ein Codewort? Wie ist das gemeint, Ebbi? Man wird zur Eingabe einer Lizenz zur Freischaltung während der Installation gebeten?  ???
Man braucht formal eine Kunden-Nr. und dazu ein Codewort was zur Software passt, sonst klappt's nicht nicht mit der Installation.
Das ist etwas anders (und IMHO auch etwas hobbyisten-unfreundlicher) als bei DEC & Nachfolger oder IBM.
Bei Deinem IBM-Compiler ist der Key mit dabei und wird mW von LUM abgefragt. Ist aber umstaendlich und jeder
benutzt den halb-offiziellen Trick das license management zu umgehen. Wenn Du den Compiler im Original hast, duerfte
sogar irgendein "Proof" dabei sein der das nach meinem Verstaendnis sogar legal macht.
Wenn Dir zu "geschuetzter" DEC-Soft der PAK-key in die Haende faellt, kannst Du sie laufen lassen, auch ohne bei DEC
betteln gehen zu muessen (versuch das mal bei alter Ultrix- oder OSF/1-software :-).
Installieren geht dabei meist ohne key.
Die Frage nach Legalitaet lassen wir hir mal ausser acht.

Zitat
Mit einer HP PA-RISC Visualize Workstation erwirbst du automatisch eine 2-User Lizenz
Das erinnert mich an die Compaq XP1000 - die jetzt Ebbi hat und wo noch keine Bilder gemacht wurden ::) - mit Tru64 UNIX, bei der ebenfalls eine 2-Benutzer-Lizenz standardmäßig beiliegt.
Mit dem kleinen Unterschied dass Du beim Tru64 einen *echten* OSF-BASE PAK brauchst um es vernuenftig zu betreiben,
und sei es die "Noncommercial" variante. Es sei denn Du moechtest nur unter root arbeiten.
Hier ist HP-UX entgegenkommender, denn die wenigsten alphas werden mit solchen keys weitergegeben.

Zitat
Das ist für ein ISV ein ziemlich großes Problem, weil man dann für die Ziel-"Kompilate" entsprechende Hardware (Targets) besitzen muss.
Ich denke mal als ernsthafter ISV wird man nicht darum herumgekommen sein, zumindest eine Referenz-Maschine aus dem 800er-Lager
zu haben, auch wenn alles auf 700ern entwickelt wird.

Zitat
Da lohnt ein genauerer Blick. Eine Gegenüberstellung der aktuellen Versionen im Hinblick auf Features (z.B. Management, HA usw.) von HP/UX, AIX und Solaris wäre für mich mal interessant.
Fuer den admin gibt's da den Klassiker:
http://bhami.com/rosetta.html
Zitat
Am MPIPKS steht jetzt ein HP Superdome mit Itaniums bestückt, auf dem ein HP/UX werkelt. So recht kommt damit aber keiner klar, weil es sich doch sehr unterscheidet zu Tru64 UNIX (auf Alpha) und SLES (auf HP ProLiant Servern). Ist der erste Umgang den wirklich so "kryptisch"?
Es kommt halt meist drauf an wo man "aufgewachsen" ist.
An sich ist HP-UX nicht notwendigerweise "kryptischer" als Tru64,
aus Anwendersicht schon mal gar nicht. Die admins werden halt umlernen muessen,
Tru64 ist nunmal das "modernere" System und da mag ihnen der Umstieg wie ein Abstieg vorkommen :-)

Offline M.K.

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Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #12 am: 09. Januar 2008, 17:32:10 »
Ausserdem hat HP ja mit MVS schon ein Enterprise OS am start bevor UX ins Rennen ging und die Kundenbindung war hier aehnlich stark wie bei IBM weg von OS390 hin zu AIX. 
Ich weiss nicht ob das historisch so korrekt ist.
HP hatte nie ein "Enterprise OS" vom Schlage OS/390 (frueher MVS).
Vielleicht meinst Du MPE auf den HP 3000ern ?
Das ist eher der IBMschen AS/400 oder DECs VAXen vergleichbar, also Midrange.
Fuer HP-UX gab's da auch nicht viel zu erben, die beiden Linien liefen nebeneinander her.
HP war allerdings traditionell stark in der Messtechnik, von daher wurde
UX viel auf den 9000 200/300 eingesetzt (siehe die juengsten eBay Angebote
zu "300er Messrechner"). Um 1990 rum war HP-UX auch stark im CAD Bereich,
zB sind meine 400er Maschinen alle aus irgendwelchen Architektur-Bueros.
Ins "richtige" RZ kam HP erst mit den "Snakes" so um 1992,
und zwar als glaubwuerdige Repraesentanten der (damals) "schoenen neuen Unix-Welt".
"Glaubwuerdig" im Ggs zur arroganten Sun oder der desorientierten DEC.
Die Maschinen waren fix im Rechnen und wurden dank HP-VUE und Softbench
auch gerne fuers Entwickeln genommen. Fuer "Enterprise"-Sachen wie Du sie
beschreibst haette sie damals keiner eingesetzt.
Hatten ja noch nicht mal einen ordentlichen LVM   :)

truerasp

  • Gast
Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #13 am: 09. Januar 2008, 17:37:13 »
hmm ... wenns nicht MVS war dann hiess es MPe und war jedenfalls dem "anderen" von IBM recht aehnlich. jedenfalls das was auf den HP3000ern lief.

truerasp

  • Gast
Re: Was schätzt ihr an HP/UX?
« Antwort #14 am: 09. Januar 2008, 17:41:36 »
Die ersten die LVM und JFS standardmaessig in einem "grossen" Unix hatten, waren schon IBM mit ihrem AIX. Das war 1990, da konnte HP davon nur traeumen.
Mein G50 kam 1991 mit 10.20 raus und hatte da schon den LVM an Bord.

also da sind meine erfahrungen mit 9.0x auch schon weiter gereift gewesen.